Wie es begann…

pferd_kleinDie archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg blickt bereits auf eine mehr als 20jährige erfolgreiche Geschichte zurück. Ihre Gründungsversammlung – zunächst als Archäologische Gesellschaft in Brandenburg – fand am 28. November 1992 in Forst (Lausitz) im Rahmen einer Tagung ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger statt. Der formale Abschluss mit Eintragung ins Vereinsregister erfolgte im Juni 1993.

Die Gründung wurde möglich und notwendig wegen der veränderten gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen in den frühen 1990er Jahren. Nach dem politischen Umbruch in der DDR und der Wiedervereinigung Deutschlands veränderten sich die Parameter des gesellschaftlichen Lebens und der archäologischen Arbeit in allen Institutionen erheblich. Die Denkmalschutzgesetze der Länder lösten DDR-Gesetzgebung ab. Ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter der landesarchäologischen Arbeit auf allen Ebenen sahen daher die Notwendigkeit eines Zusammenschlusses. Dabei sollte sowohl der Erfahrungsschatz der archäologischen Gesellschaften westlicher Bundesländer wie auch aus der Arbeit in den Fachausschüssen für Ur- und Frühgeschichte im Kulturbund der DDR mit einfließen. Neben der archäologischen Ausrichtung der Arbeit, der Förderung der archäologischen Denkmalpflege und Forschung sowie der Öffentlichkeitsarbeit sollte die Gesellschaft „eine Organisation und Heimat der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger sowie weiterer an der Archäologie Interessierter werden“.

Die erste Mitgliederliste wies insgesamt 42 Eintragungen auf. Der Vorstand setzte sich aus Vertretern der verschiedenen Landesteile zusammen: Vorsitzender Dr. Hans-Georg Kohnke; stellvertretende Vorsitzende Dr. Bernhard Gramsch, Susanne Kotras; Schriftführer und Geschäftsführer Rainer Schulz; Schatzmeister Wolfgang Brisch.

Neben den formalen Aufgaben widmete sich der Vorstand selbstredend auch inhaltlichen Fragen. Besonders hervorzuheben ist, dass der Vorstand, neben der Schulung ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger, bereits damals die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit Institutionen und Interessierten in Berlin erkannte und auch Kontakt mit der Berliner Landesarchäologie aufnahm, was für die weitere Arbeit der Gesellschaft von großer Bedeutung wurde. Zusammen mit den Landesarchäologen Prof. Dr. Wilfried Menghin für das Land Berlin und Prof. Dr. Jürgen Kunow für das Land Brandenburg wurde eine gemeinsame Publikationsreihe unter dem Dach der archäologischen Gesellschaft geplant. Diese Zusammenarbeit ebnete den Weg für eine gemeinsame archäologische Gesellschaft, die im Interesse der Sache in beiden Bundesländern tätig ist. So erfolgte am 17. Juni 1995 in der Spandauer Zitadelle eine „Vereinigungsversammlung“ mit Berliner Interessenten und die Umbenennung des Vereins in Archäologische Gesellschaft in Berlin und Brandenburg e.V. Der neu gewählte „Vereinigungsvorstand“ setzte sich folgendermaßen zusammen: Vorsitzender Prof. Dr. Adriaan von Müller (Berlin); stellvertretende Vorsitzende Dr. Bernhard Gramsch (Potsdam), Dr. Eike Gringmuth-Dallmer (Berlin); Schriftführerin Christa Plate (Potsdam); Schatzmeister Wolfgang Brisch (Frankfurt/Oder); Beisitzer Wolf-Dietrich von Moers (Berlin), Stefan Pratsch (Potsdam).